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26 März 20200

Darm – Funktion

Darm – Funktion

Bei Betrachtung der Verdauungsleistung, insbesondere bei Störungen im Sinn von Durchfall, Blähungen, Schmerzen und Verstopfung, sollte man nebst dem Darm im eigenen Sinn auch die vorgeschalteten Systeme der Nahrungsaufbereitung durch Kauen, Einspeicheln sowie die Aufspaltung im Magen beleuchten.

Das Auge isst mit

Tatsächlich beginnt die Verdauung bereits beim Ansehen der Nahrung. In dieser nicht zu unterschätzenden Phase, passt sich durch die optische Beurteilung des Essens bereits die Speichelqualität der Mahlzeit an. Da scheint es selbstverständlich, dass unser Körper sich leichter auf naturbelassene Produkte, wie z.B. Naturschnitzel mit Kartoffelsalat einzustellen vermag als auf Chicken Nuggets mit Gitterfritten.  Ein Grund, weshalb eine gängige Empfehlung lautet, möglichst unbehandelte Lebensmittel zu essen, bei denen man noch erkennt, was sie einmal waren!

Kauen, kauen, kauen

Als nächstes wandert der Bissen in die Mundhöhle und wird hier durch Zermahlen zerkleinert. Ein rein physikalischer Vorgang, um an die enthaltenen Mikro- und Makronährstoffe zu gelangen. Bitte bedenken Sie, dass es „flussabwärts“ in der Verdauung keine weitere Möglichkeit für diese Zerkleinerung gibt. Der Magen besitzt keine Zähne. Die gesündeste Speise nützt Ihnen nichts ohne ausreichendes Zermahlen und oftmaliges Kauen.

Speichelenzyme

Mit Hilfe der Enzyme im Speichel beginnt die Aufspaltung, der in der Nahrung enthalten Kohlehydrate sowie der Stärke. Ebenso setzt gegebenenfalls die Immunabwehr von aufgenommenen Eindringlingen ein. Wichtig zu wissen, dass der im Mundspeichel gelöste R-Faktor zur Vitamin B12- Aufnahme unabdingbar ist. Das sollte man bei Erkrankungen der Schilddrüse bzw. auch bei Chemotherapie oder Bestrahlung beachten.

Geschmack

Das olfaktorisch sinnliche Vergnügen beim Essen stellt sich nach längerem Kauen ein. Es dient nicht nur dem Vergnügen, sondern dem sensorischen Abtasten der Nahrung, sodass weitere Verdauungsenzyme aktiviert werden. Vor allem bitterer Geschmack führt zur erwünschten Ausschüttung von Magensäure.

Magensäure

Nach einer unspektakulären Passage durch die Speiseröhre stellt der Magen eine längerdauernde Station dar. Bei Mischkost kann der Aufenthalt der Nahrung bis zu 10 Stunden betragen.

Die Magensäure erfüllt hier eine extrem wichtige Funktion: mit ihrer Hilfe werden die Eiweiße (Proteine) zersetzt (denaturiert). Eine ähnliche Reaktion können Sie auf Ihrem Teller beobachten, wenn die Milch von der Mozzarella mit dem Balsamico-Essig zusammenfließt .

Eiweiß besteht aus sehr langen Aminosäureketten. Diese Ketten legen sich aufgrund ihrer biochemischen Struktur in Kurven und Falten von 2-dimensionaler und 3-dimensionaler Struktur zusammen. Stellen sie sich einen Wollfaden vor, den sie so lange eindrehen, bis er nur noch ein Knäuel ist! Exakt diese Fältelung von Eiweiß ist artspezifisch. Das bedeutet, dass der Körper daran erkennen kann, ob das Eiweiß von ihm selbst ist, oder von einer anderen Spezies, beispielsweise von Schwein, Brot, Bohnen, Apfel, etc… Anhand des Musters dieser Fältelung können auch Antikörper gebildet werden, die spezifisch gegen Schwein, Brot, Bohnen, Apfel, etc…  gerichtet sind.

Daher ist es wichtig, dass unsere Magensäure sinnvollerweise die Aminosäureketten von Schwein, Brot, Bohnen, Apfel, etc… zerstört. Unser Körper würde sonst jeden Bissen als artfremden Eindringling einstufen und es würde eine Immunreaktion mit Antikörperbildung stattfinden.

Dünndarm

Im oberen Dünndarmlauf fließen die Verdauungssäfte der Leber als Gallensaft und das Bauchspeicheldrüsensekret zu. Beide dienen ganz wesentlich der Fettverdauung und damit einhergehend auch der Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen.

Das sind die Vitamine A, D, K und E.

Im Dünndarm findet auf einer Fläche von 200-400m2 die Resorption von Zucker, Eiweiß und Fett statt, sowie die Aufnahme aller Vitamine und Mineralstoffe.

Dickdarm

Eigentlich sollten hier bereits alle Nahrungsbestandteile extrahiert sein. Im Dickdarm wird noch das Nahrungswasser rückgewonnen und der Nahrungsbrei eingedickt sowie gelagert bis zum nächsten Stuhlgang. Und Tschüss!

Therapie

Ungeachtet der Ursache oder der Symptome gibt es einfache aber wirkungsvolle Möglichkeiten  zur Förderung der Verdauung. Aus dem eben Beschriebenen lässt sich ableiten:

  • Bereiten Sie Ihre Mahlzeit appetitlich zu! Ihr Auge isst mit!
  • Verspeisen Sie eine vernünftig normale Portion
  • Kauen Sie! Kauen Sie! Kauen Sie!
  • Essen Sie langsam!
  • Trinken Sie nichts zur Mahlzeit!
  • Fügen Sie Ihrer Speise Bitterstoffe hinzu!

Bitterstoffe

Insbesondere sind hier bittere Salate zu erwähnen: Chicoree, Radicchio, Zuckerhut oder Ruccola, die idealerweise als Vorspeise in den Speiseplan eingebaut werden. Alternativ – aber nicht als direkte Empfehlung – könnte man auch einen Aperitif trinken. Selbst beim herkömmlichen gemischten Salat als Vorspeise wird dieser mit Essig angerichtet, der dann die Magensäure in ihrer Funktion unterstützt.

Unterstützen Sie Ihre Verdauung mit Nahrungsergänzungsmittel

Seit uralten Zeiten bewähren sich zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Verdauung bittere Pflanzenextrakte. Unbedingt erwähnenswert ist die Bedeutung von Zink, wenn es um die Produktion der Magen-Salzsäure geht, sowie von „guten“ Darmbakterien.

Abends vor dem Schlafen gehen empfehle ich zur Balance des Säure-Basen-Haushalts

Selbstverständlich kommt es bei längeren Phasen mit Verdauungsstörungen teilweise zu eklatanten Mikronährstoffmängeln. Optimal werden Mikronährstoffdefizite und deren notwendige Ergänzung im Blut nachgewiesen.

Wer diese Möglichkeit nicht hat oder eine umfassende Blutanalyse nicht möchte, bedient sich eines umfassenden Multivitaminpräparates. Ich rate meinen Patienten dann die doppelte empfohlene Dosis einzunehmen, da ja eventuell eine Aufnahmestörung vorliegt bzw. man ein Defizit ausgleichen möchte.

Bleiben Sie gesund, Ihr Dr. Simon Gmeiner

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